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Johann Strauss und der Wiener Männergesang-Verein
Im Jahre 1825 als Sohn des berühmten Walzerkomponisten und Tanzorchester-Dirigenten Johann Strauss (Vater) geboren, genoß Johann Strauss junior eine solide Erziehung in einer der besten Schulen der Stadt Wien und sollte Technik und Handel studieren. Der Sohn dachte anders: gegen den Wunsch seines Vaters lernte er insgeheim das Geigenspiel und Harmonielehre, nachdem sein Vater die Familie einer Frau wegen verlassen hatte, bildete er sein eigenes Orchester, und gab, kaum 18 Jahre alt, sein Debüt mit Strauss-Kompositionen. Mußte der spätere Walzerkönig vorerst mit seinem Vater konkurrieren, so übernahm der Sohn das Feld, als der Vater 1849 starb. Während der  Ballsaison komponierte er täglich neue Werke und eilte abends im Fiaker von Ballsaal zu Ballsaal, um seine neuen Melodien zu dirigieren. 1852 begann er Werke für die Bälle bei Hof zu komponieren, die er dann selbst leitete, und Kompositionen für die Sommerliedertafeln des Wiener Männergesang-Vereins.  Ebenfalls im Sommer wurde er 1856 für Konzerte in Pawlowsk - bei St.Petersburg, Rußland - verpflichtet. Im Jahre 1863 wurde Strauss zum Hofballmusik-Direktor ernannt, aber er war von der Konzertarbeit so erschöpft, daß er das Orchester seinen Brüdern Josef und Eduard, die als begabte Komponisten ebenfalls bekannt wurden, übergab. Die Heirat mit Jetty Treffz, einer ehemaligen Opernsängerin, brachte ihm eine ideale Partnerin und Managerin. Dem Wiener Männergesang-Verein versprach Johann Strauss 1865 eine eigene Komposition, die dann am 15. Februar 1867 als erstes seiner Werke für die menschliche Stimme, ein Walzer für Männerchor und Orchester, in Wien anläßlich einer “Faschings-Liedertafel” uraufgeführt wurde: “An der schönen blauen Donau”. Ein Riesenerfolg, wie Kritiker attestierten.                                                           Originaltext wie er 1867 gesungen wurde. Paris und London waren die nächsten Stationen, die den “Donauwalzer” und die Strauss-Rhythmen international zu Erfolg verhalfen. Beflügelt vom Triumph schuf Strauss mehrere Stücke für den Männergesang-Verein. 1868 die Polka “Sängerslust” Opus 328, “Wein, Weib und Gesang” Opus 333 für den “Narrenabend” des Vereins, zu dem sich Johann Strauss als Pilger verkleidete. 1870 “Neu Wien” Opus 342, mit Melodien, die später in der Operette “Wiener Blut” wieder Verwendung fanden und viele andere Kompositionen. Für diese Werke gab es damals keinen Urheberschutz. Jedermann konnte sie ohne rechtliche Folgen aufführen oder spielen. Kein Wunder, daß Strauss nunmehr auch an finanziellen Erfolg dachte, der ihm mit Bühnenstücken erreichbar schien. Er widmete sich dem Thema Operetten. Seine erste, “Indigo und die vierzig Räuber”, erregte 1871 kein besonderes Aufsehen. Dann aber, 1874, gelang ihm der Durchbruch: “Die Fledermaus” brachte den Erfolg, der über die Zeit anhielt. Bis heute! Seine Reise nach Amerika, auf der ihn Jetty begleitete, verbreitete seinen Ruf und seine Musik auch in der Neuen Welt. Jetty starb 1878. Nach einer kurzen und nicht glücklichen Ehe mit der jungen Schauspielerin Angelika Dittrich verband sich Strauss mit der 31 Jahren jüngeren Witwe, Adele Deutsch, und heiratete sie einige Jahre später. Im Jahre der wiener Weltaustellung von 1873 begann der Walzerkönig mit Konzertreisen durch ganz Europa. Weitere Kompositionen kamen dabei nicht zu kurz. “Myrthenblüten” Opus395, wieder ein Chorwalzer für den Verein, entstand, und im gleichen Jahr die Schlageroperette “Der lustige Krieg”, welche dem Volksschauspieler Alexander Girardi begeisterten Zustrom brachte. “Eine Nacht in Venedig” folgte und dann der größte Bühnen- triumph: “Der Zigeunerbaron”, 1885. Johann Strauss stand am Höhepunkt seines Ruhms. 1887 wurde Strauss Bürger des deutschen Königreiches Saxen Coburg - Gotha und konvertierte zum evangelischen Glauben. War auch seinem Versuch einer klassischen Oper, “Ritter Pasman”, kein Erfolg beschert, so trafen doch seine Meisterwerke “Kaiserwalzer” und “Seid umschlungen, Millionen” wieder ins Schwarze. Und seine Operette “Waldmeister” (1895) zeigte wieder den gewohnten Erfolg, den er mit der Operette “Wiener Blut” nicht mehr selbst erleben konnte. Sie wurde erst post mortem uraufgeführt. Am 3. Juni 1899 raffte ihn eine Lungenentzündung hinweg. Zum letzten Geleit sang der Wiener Männergesang-Verein Goethes “Wanderers Nachtlied”, gesetzt von Carl Gottlieb Reissiger.